VOLKSLIED und VOLKSMUSIK

ZITATEN (1900-1950)



"Das Wesen des sogenannten Volksliedes liegt im Anempfinden,
im Zurecht- und Zersingen dessen, was einer einmal gedichtet haben muss.
Kunstlieder , d. h. Lieder von Verfassern aus Kreisen der Gebildeten,
werden aber fortwährend zu volkstümlichen,
d. h. Lieblingsliedern grosser Schichten unsers Volkes
und diese wieder zu Volksliedern, d. h. im 'Volke' gesungenen"

Dr. Karl Prahl, Oberlehrer
(Vorwort zu A.H. Hoffman zu Fallersleben "Unsere Volkstümlichen Lieder", 1900)



"Das in den Konzertsaal verpflanzte präparierte Volkslied
hat mit dem Volkslied so wenig zu schaffen
als das gebratene Rebhuhn mit dem Walde."

Friedrich von Hausegger, 1840-1907 (1903)



"Noch lebt das alte Volkslied,
noch wandelt frisch und lebensfroh in unserer Mitte,
was unsere Väter geliebt, geträumt und gelitten."

Hans Breuer (1883-1918) Artzt und Volksliedersammler, ("Der Zupfgeigenhansl", 1908)



"Das Volkslied wird singend gedichtet"

Otto Böckel (1859-1923) , Volksliedforscher und Politiker
("Dorfbilder aus Hessen und der Mark", 1908)



"Volkslied, ein jedes Lied, das vom Volke ohne Noten gesungen wird.
Der Ausdruck deutet ausschließlich auf die Aufnahme, die ein Lied
in sangesfrohen Volkskreisen gefunden, auf das Schicksal hin,
das es erfahren hat; es besagt nichts über den Ursprung,
den Verfasser des Liedes. "

Meyers Großes Konversations-Lexikon, (1909)



"Neue Kriegsnöte, neue nationale Sturmfluten
werden auch wieder neue Volkslieder emportreiben."

Hans Breuer (1883-1918) Artzt und Volksliedersammler, ("Der Zupfgeigenhansl", 1913)



"Die Unzertrennlichkeit von Wort und Weise
kennzeichnet ein Lied als Volkslied"

Otto Böckel (1859-1923) , Volksliedforscher und Politiker ,
(Psychologie der Volksdichtung"" 1913)



"Volkslieder sollen gesungen sein,
erst die Melodie gibt dem Körper Leben und Seele,
und zwar hat jedes echte Volkslied seine eigene Seele,
seinen eigenen Charakter."

Walther Werckmeister, Volksliedsammler ("Deutsches Lautenlied", Im Sommer 1914)



"Das deutsche Volklied gehört mit zu den tiefen Bronnen,
aus denen unser Volk trinken muß,
um in dem Kampfe auf Leben und Tod,
den wir jetzt ausfechten müssen,
die geistige Kraft zu erwerben, aus- und durchzuhalten
bis zum siegreichen Ende!"

Prof. Dr. Walther Werckmeister, Volksliedsammler
("Deutsches Lautenlied", Im Felde, Kurland, Herbst 1916)



"Das Volkslied liebt die stillen traulichen Winkel,
wo Ruhe und Frieden herschen,
vor dem Lärm der Neuzeit weicht es erschreckt in die Einsamkeit zurück...
Wie ein scheues Reh aus Waldesdickicht...."

Otto Böckel (1859-1923) , Volksliedforscher und Politiker ("Das deutsche Volkslied", 1917)



"..... das Volkslied, diese köstliche Blume,
die den Wesensgründen des deutschen Volkes entsprossen,
den ganzen Duft und die unvergängliche Frische
des reinen, gesunden, frommen, deutschen Glaubens
und Liebens in sich trägt."

Klemens Neumann (1873-1928), Pfarrer und Liedherausgeber ("Der Spielmann", 1924)



"Bauernmusik im engeren Sinne...ist das Resultat der Umgestaltungsarbeit
einer unbewußt wirkenden Naturkraft: die triebhafte Schöpfung einer von
jeder Gelehrsamkeit freien Menschenmasse, eine ebensolche Naturerscheinung
wie z.B. die verschiedenen Formen des Tier- und Pflanzenreiches."

Béla Bartók (1881-1925), Komponist, Pianist und Musikethnologe
("Das ungarische Volkslied", 1925)



"Wenn alte Bäuche von national sprechen,
denken sie an etwas ganz anderes als wir.
Wenn sie gar vom deutschen Lied reden, erinnern sie sich an Bier."

Eberhard Koebel [tusk] (1907-1955), Gründer der "deutschen jungenschaft [dj. 1.11.]"
(um 1930)



"Volkslied - das ist heute ein musikalisches Programm,
eine Gesinnung, eine Haltung: die der Jugendbewegung."

Heinz Edelstein ("Musik und Geselschaft", 1931)



"Es gibt wohl keinen Zweig in der Wissenschaft,
wo solches Laientum und solche Unkenntnis
sich erhalten haben wie in der Volksliedkunde."

Julian von Pulikowski (1908-1944) Musikforscher, Komponist und Herausgeber
("Geschichte des Begriffes Volkslied im musikalischen Schriftum", 1933)



"Die wichtigsten Elemente des Volksliedes
stammen aus der französischen poésie courtoise."

C. Brouwer (Jahrbuch für Volksliedf. IV, 1934)



"Der Inhalt des Volksliedschatzes hat im Laufe der Zeiten ...
zweifellos an Wert und Eigenart abgenommen."

John Meier (1864-1963) Mediävist und Volkskundler, ("Das deutsche Volkslied", 1935)



"Die alte Stadt mit ihren Zunftbräuchen,
Handwerkburschen, Nachtwächtern, Marktliedern
hat viel vom frischen Volksleben des Landes bewahrt und weiterentwickelt;
ihre Wirtshäuser und Herbergen sind nicht weniger Stätten des Volksliedes

Walter Wiora (1906-1997), Musikwissenschaftler und Musikhistoriker,
("Das echte Volkslied", 1950)



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