VOLKSLIED und VOLKSMUSIK

ZITATEN (bis 1950)



"Ein spontanes Hervorgehen aus der dichtenden Volksseele".

Johann Gottfried von Herder, Schriftsteller und Philosoph (1744-1803)



"Man begreift kaum wie es möglich war, daß ein Volk,
was sich vor der ganzen Welt durch seine Liebe
zur Reinlichkeit und Nettigkeit auszeichnet,
dem schon rein für schön gilt,
in seinen Volksliedern das Häßliche und Schmutzige so gern hatte!".

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Volksliedersammler (1798-1874,
"Hora Belgicae II", [in den Niederlanden] 1833)



"Die Volkslieder sind im Aussterben begriffen,
nicht bloß die Texte, auch die Melodien,
es ist Pflicht sie vor dem Vergessen zu retten."

August von Haxthausen, Volksliedforscher (1792-1866)



"Volk heißt nicht der Pöbel auf den Gassen,
der dichtet und singt niemals,
sondern schreit und verstümmelt."

Herder ("Volkslieder", zirka 1850?)



"Ich lebte mich so recht ein in die Sprache und den Geist des alten Volksliedes,
dass die Lust wie von selbst kam, ähnliche Lieder zu dichten".

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Volksliedersammler (1798-1874, "Hora Belgicae VIII", 1852)



"Diese alten Volkslieder bieten den reifenden Dichter
ein sehr wichtiges Studium der episch-lyrischen Kunst dar."

Bürger (Volksliedkenner, zirka 1860?)



"die französischen Volkslieder verbreiteten sich früh
und wurden schon von niederländischen Meistern contrapunctiert,
als die deutsche Minnesinger noch in alter,
monotoner Weise weiter sangen."

August Reißman ("Das deutsche Lied in seiner Historischen Entwicklung", 1861)



"Das Volklied ist der zum Gesang bestimmte ,
und wirklich gesungene Theil der Volkspoesie."

Franz M. Böhme ("Altdeutsches Liederbuch", 1877)



"Während die Preislieder der Handwerker, der Soldaten, der Studenten,
der Jäger von Angehörigen dieser Stände ausgehen,haben die älteren
Lobpreisungen des Bauernstandes offenbar Nichtbauern zu Verfassern."

Johannes Bolte (1858-1937, "Der Bauer im deutschen Liede", 1890)



"Es gibt sehr wenig Leute - auch in wissenschaftlich gebildeten Kreisen,
die von den Denkmalen des echten alten Volksgesanges
irgend eine Kenntnis haben
wenn derselbe nicht zufällig in ihr Fach zu schlagen pflegt."

Augusta Bender, Sammlerin der Oberschefflenzer Volkslieder (30 juni 1893)



"Das Wesen des sogenannten Volksliedes liegt im Anempfinden,
im Zurecht- und Zersingen dessen, was einer einmal gedichtet haben muss."

Dr. Karl Prahl, Oberlehrer (1900)



"Das in den Konzertsaal verpflanzte präparierte Volkslied
hat mit dem Volkslied so wenig zu schaffen
als das gebratene Rebhuhn mit dem Walde."

Friedrich von Hausegger (1903)



"Noch lebt das alte Volkslied,
noch wandelt frisch und lebensfroh in unserer Mitte,
was unsere Väter geliebt, geträumt und gelitten."

Hans Breuer, ("Der Zupfgeigenhansl", 1908)



"Das Volkslied wird singend gedichtet"

Otto Böckel, (1908)



"Neue Kriegsnöte, neue nationale Sturmfluten
werden auch wieder neue Volkslieder emportreiben."

Hans Breuer, ("Der Zupfgeigenhansl", 1913)



"Die Unzertrennlichkeit von Wort und Weise
kennzeichnet ein Lied als Volkslied"

Otto Böckel, (1913)



"Volkslieder sollen gesungen sein,
erst die Melodie gibt dem Körper Leben und Seele,
und zwar hat jedes echte Volkslied seine eigene Seele,
seinen eigenen Charakter."

W. Werckmeister, Volksliedsammler ("Deutsches Lautenlied", Im Sommer 1914)



"Das deutsche Volklied gehört mit zu den tiefen Bronnen,
aus denen unser Volk trinken muß,
um in dem Kampfe auf Leben und Tod,
den wir jetzt ausfechten müssen,
die geistige Kraft zu erwerben, aus- und durchzuhalten
bis zum siegreichen Ende!"

Prof. Dr. W. Werckmeister, Volksliedsammler ("Deutsches Lautenlied", Im Felde, Kurland, Herbst 1916)



"Zwischen der mittelalterlichen und der modernen Kultur
besteht ein tiefgehender Unterschied,
er ist der, dass jene war, was diese nicht ist:
Volkstümlich... das ganze Volk war ihr Träger;
Träger der modernen Kultur dagegen sind die Gelehrten,
d.h. die Schicht der Bevölkerung,
die eine gelehrte Schulbildung empfangen hat."

Friedrich Paulsen ("Geschichte des gelehrten Unterrichts", 1919)



"..... das Volkslied, diese köstliche Blume,
die den Wesensgründen des deutschen Volkes entsprossen,
den ganzen Duft und die unvergängliche Frische
des reinen, gesunden, frommen, deutschen Glaubens
und Liebens in sich trägt."

Klemens Neumann ("Der Spielmann", 1924)



"Bauernmusik im engeren Sinne...ist das Resultat der Umgestaltungsarbeit
einer unbewußt wirkenden Naturkraft: die triebhafte Schöpfung einer von
jeder Gelehrsamkeit freien Menschenmasse, eine ebensolche Naturerscheinung
wie z.B. die verschiedenen Formen des Tier- und Pflanzenreiches."

Béla Bartók, Tondichter ("Das ungarische Volkslied", 1925)



"Wenn alte Bäuche von national sprechen,
denken sie an etwas ganz anderes als wir.
Wenn sie gar vom deutschen Lied reden, erinnern sie sich an Bier."

Eberhard Koebel [tusk], Gründer der "deutschen jungenschaft [dj. 1.11.]" (zirka 1930)



"Volkslied - das ist heute ein musikalisches Programm,
eine Gesinnung, eine Haltung: die der Jugendbewegung."

Heinz Edelstein ("Musik und Geselschaft", 1931)



"Es gibt wohl keinen Zweig in der Wissenschaft,
wo solches Laientum und solche Unkenntnis
sich erhalten haben wie in der Volksliedkunde."

Julian von Pulikowski, Wissenschaftler (1933)



"Die wichtigsten Elemente des Volksliedes
stammen aus der französischen poésie courtoise."

C. Brouwer (Jahrbuch für Volksliedf. IV, 1934)



"Der Inhalt des Volksliedschatzes hat im Laufe der Zeiten ...
zweifellos an Wert und Eigenart abgenommen."

John Meier ("Das deutsche Volkslied", 1935)



"Das Volkslied liebt die stillen traulichen Winkel,
wo Ruhe und Frieden herschen,
vor dem Lärm der Neuzeit weicht es erschreckt in die Einsamkeit zurück...
Wie ein scheues Reh aus Waldesdickicht...."

Otto Böckel ("Das echte Volkslied", 1940)



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